CO₂-Kompensation
CO₂-Kompensation bezeichnet die Praxis, Treibhausgasemissionen durch die Finanzierung von Projekten auszugleichen, die eine entsprechende Menge CO₂ an anderer Stelle reduzieren oder entfernen. Obwohl Kompensationen eine Rolle in der Klimastrategie spielen können, werden sie zunehmend kritisch hinterfragt und müssen sorgfältig eingesetzt werden, um Vorwürfe des Greenwashings zu vermeiden.
Gängige Arten von CO₂-Kompensationsprojekten umfassen:
Vermeidungs- und Reduktionsprojekte:
- Erneuerbare-Energien-Anlagen (Wind, Solar) in Entwicklungsregionen
- Methanabscheidung aus Deponien oder landwirtschaftlichen Betrieben
- Energieeffizienzmaßnahmen in Gebäuden oder der Industrie
- Vermiedene Entwaldung (REDD+-Projekte)
Entnahmeprojekte:
- Aufforstung und Wiederaufforstung
- Direkte Luftabscheidung (DAC) mit geologischer Speicherung
- Pflanzenkohleproduktion und Bodenkohlenstoffbindung
- Beschleunigte Gesteinsverwitterung
Zentrale Qualitätskriterien für CO₂-Kompensationen:
- Zusätzlichkeit: Die Emissionsreduktion wäre ohne die Finanzierung durch das Kompensationsprojekt nicht zustande gekommen
- Dauerhaftigkeit: Der Klimanutzen ist langfristig gesichert (Wälder können brennen; geologische Speicherung ist dauerhaft)
- Keine Verlagerung: Das Projekt verschiebt Emissionen nicht einfach an einen anderen Ort
- Verifizierung: Unabhängige Prüfung nach anerkannten Standards (Verra VCS, Gold Standard, CDM)
- Keine Doppelzählung: Die Reduktion wird nur einmal beansprucht
Gemäß dem SBTi Net-Zero Standard können Kompensationen keine direkten Emissionsreduktionen ersetzen. Unternehmen müssen ihre Emissionen zunächst um mindestens 90 % senken. Nur die verbleibenden maximal 10 % dürfen durch hochwertige, dauerhafte Entnahmen adressiert werden.
Die CSRD verlangt von Unternehmen, ihre Bruttoemissionen und etwaige Kompensationsansprüche im Rahmen von ESRS E1 separat offenzulegen. Dadurch wird verhindert, dass Kompensationen die tatsächliche Leistung verschleiern.
Dcycle hilft Unternehmen dabei, direkte Reduktionen in ihren Dekarbonisierungsplänen zu priorisieren und die Qualität von Kompensationen zu bewerten, wenn ein Ausgleich angemessen ist.
Related terms