Drei neue Rohstoffe im bewerteten Modul
CDP Forsten 2026 erweitert die bewerteten Rohstoffe von vier auf sieben. Rinderprodukte, Palmoel, Soja und Holz bleiben; Kakao, Kaffee und Kautschuk kommen hinzu. Die groesste Einzelausweitung des Forst Scorings seit Einfuehrung des Moduls, mit materiellen Folgen fuer Lebensmittel und Getraenke, Automobil, Konsumgueter und alle, die Schokolade, Kaffee oder Kautschukprodukte beziehen.
Die Bewertungsmethodik ist gleich wie fuer die bestehenden vier. Was sich aendert, ist der Geltungsbereich. Unternehmen mit bestehender Offenlegung fuer Palmoel und Soja haben die Architektur; die Arbeit ist die Ausweitung auf die drei neuen.
Warum gerade diese drei
Die Auswahl ist nicht zufaellig. Kakao, Kaffee und Kautschuk gehoeren zu den Rohstoffen mit hoechstem globalen Entwaldungsrisiko, vor allem in Westafrika (Kakao), Lateinamerika und Ostafrika (Kaffee) sowie Suedostasien (Kautschuk). Die EU Entwaldungsverordnung (EUDR) deckt alle drei ab. Die CDP Forsten Erweiterung folgt der regulatorischen Richtung.
Fuer Unternehmen im EU Markt verlangt die EUDR bereits Geolokalisierung der Parzellen, entwaldungsfreie Verifizierung seit dem Stichtag Dezember 2020 und Legalitaetsnachweis. Diese Daten fliessen direkt in CDP Forsten.
Mehr Kontext in CDP Forsten und EUDR: beide mit einer Datenebene.
Was fuer jeden Rohstoff erforderlich ist
Die Scoring Kriterien gelten identisch fuer die sieben Rohstoffe:
- Volumen nach Bezugsregion.
- Rueckverfolgbarkeitsstufe: Land, Region, Sub Region, Muehle oder Produktionseinheit.
- Zertifizierungsabdeckung mit Chain of Custody (RSPO fuer Palmoel, FSC fuer Holz, Rainforest Alliance fuer Kakao und Kaffee, FSC oder PEFC fuer Kautschuk).
- Entwaldungsfreie Verifizierung seit dokumentiertem Stichtag (CDP belohnt 2020 oder frueher).
- Lieferantenengagement mit Risikominderungsprotokollen.
- Quantitatives entwaldungsfreies Volumen durch Satellit oder unabhaengige Beobachtung verifiziert.
Fuer Kakao, Kaffee und Kautschuk ist das Zertifizierungsoekosystem reif, aber die Abdeckung typischerweise niedriger als bei Palmoel. Viele Kakao und Kaffeeketten beziehen weiter wesentliches Volumen von nicht zertifizierten Kleinbauern.
Kakao: das Westafrika Problem
Kakaolieferketten verlaufen meist ueber Cote dIvoire und Ghana, die zusammen rund 60 Prozent der globalen Kakaoproduktion stellen. Rueckverfolgung bis zur Kooperative ist erreichbar; bis zur Parzelle schwieriger, da viele Kleinbauern ueber Aggregatoren liefern.
CDP Scoring belohnt Parzellen-Rueckverfolgung fuer materielle Volumen. Praktischer Pfad fuer Kakaounternehmen:
- Direktbezug von zertifizierten Kooperativen mit Parzellen Mapping (Rainforest Alliance, Fairtrade, interne Schemes).
- Polygonbasierte Entwaldungsueberwachung (Global Forest Watch, Planet, Sektor-Tools).
- Aggregator Engagement zum Vorschieben der Rueckverfolgung.
- EUDR Compliance Daten direkt in CDP.
Kaffee: Kleinbauernkomplexitaet
Kaffee teilt die Kleinbauernkomplexitaet von Kakao. Produktion in Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Aethiopien, Indonesien, Honduras und anderen. Zertifizierung reif (Rainforest Alliance, 4C, Fairtrade, Bio), Abdeckung variiert nach Herkunft.
Fuer CDP Forsten 2026 sollte die Kaffee Offenlegung umfassen:
- Volumen nach Herkunftsland und idealerweise Region.
- Zertifizierungsabdeckung nach Schema.
- Entwaldungsfreies Volumen mindestens fuer die Hochrisiko Herkuenfte.
- Lieferantenengagement insbesondere mit Kooperativen und Exporteuren.
Kaffeeunternehmen mit bestehenden freiwilligen Berichten haben die Daten; die Arbeit ist das Mapping ins CDP Scoring.
Kautschuk: der blinde Fleck der Automobilindustrie
Kautschuk konzentriert sich in Suedostasien (Thailand, Indonesien, Vietnam, Malaysia) und versorgt die globale Reifenindustrie. Anders als Kakao und Kaffee war die Kautschuk Rueckverfolgung historisch schwach, da Kleinbauern ueber mehrere Haendler aggregiert werden, bevor sie Verarbeiter erreichen.
Die Global Platform for Sustainable Natural Rubber (GPSNR) treibt Standardisierung. Fuer CDP Forsten 2026 sollten Kautschuk Unternehmen (Reifenhersteller und Automobil) sich konzentrieren auf:
- Volumen nach Bezugsland mit mindestens Lander Rueckverfolgung.
- Engagement mit First Tier Verarbeitern.
- GPSNR Mitgliedschaft, wo zutreffend.
- Risikobasierte Priorisierung von Hochentwaldungsregionen.
Fuer Automobil ist die Kautschukfrage zugleich eine Scope 3 Frage (Kategorie 1) und eine CSRD ESRS E4 Frage zur Biodiversitaet. Ein Lieferketten Mapping fuettert drei Frameworks.
Praktische Sequenz zur Ausweitung
Bei bestehender Offenlegung fuer Palmoel und Soja folgt die Erweiterung derselben Architektur:
1. Volumenbaseline. Gesamtvolumen je Rohstoff inklusive eingebetteter Volumen in Endprodukten (Schokolade, Kaffee in Getraenken, Kautschuk in Reifen).
2. Bezugsgeografie. Herkunftslaender. Fuer Hochrisiko Region oder Sub Region.
3. Zertifizierungsbaseline. Zertifiziert vs nicht zertifiziert, Schemes und Chain of Custody Methode.
4. Entwaldungsfreie Verifizierung. Satelliten- oder unabhaengige Beobachtung mindestens fuer Hochrisiko Volumen.
5. Lieferantenengagement. Bestehende Programme auf die neuen Rohstoffe ausweiten.
6. Disclosure Vorbereitung. Daten in die CDP Forsten Struktur mappen. Wo Daten 2026 partiell sind, Plan fuer Luecken dokumentieren.
Mehr Kontext in CDP Forsten Leitfaden.
Wo Dcycle passt
Das Commodity Modul von Dcycle deckt die sieben CDP Forsten Rohstoffe aus derselben kanonischen Datenebene ab. Derselbe Lieferanten Master, der Palmoel verankert, verankert Kakao, Kaffee und Kautschuk. Derselbe Satellitenfeed naehrt alle Module.
Schluss
Die Erweiterung 2026 ist signifikant, aber vorhersehbar. CDP signalisiert seit Jahren, dass Kakao, Kaffee und Kautschuk kommen. Wer 2024 und 2025 vorbereitete, erweitert nun eine bestehende Architektur. Wer nicht vorbereitete, startet Rueckverfolgungsprogramme inmitten des Disclosure Fensters. Die 2026 Scores werden diese Luecke zeigen.