ESRS

ESRS 2.0 im DACH-Markt: finaler Stand 2026

Alba Selva Ortiz avatar Alba Selva Ortiz · · 9 Min. Lesezeit
ESRS 2.0 im DACH-Markt: finaler Stand 2026

Photo by Keisha on Unsplash

ESRS 2.0: finaler Stand 2026

Ihr Unternehmen erzeugt bereits Umweltinformationen, die für ESRS, Kostenanalysen und operative Entscheidungen relevant sind. Stromrechnungen, Materialbelege, Verbrauchsaufzeichnungen und Lieferantenunterlagen entstehen im laufenden Geschäft, lange bevor ein Nachhaltigkeitsbericht vorbereitet wird.

Zusätzlicher Aufwand entsteht, wenn dieselben Informationen für eine ESRS-Offenlegung, eine Prüfung, einen Kundenfragebogen und ein internes Finanzgespräch jeweils neu zusammengestellt werden. Unterschiedliche Dateien und Definitionen erschweren anschließend die Abstimmung.

Dcycle strukturiert diese Daten einmal, damit verschiedene Teams sie für mehrere Zwecke nutzen können. Compliance ist eine Ausgabe dieser Datenbasis, neben Einsparungsanalysen, Lieferantenbewertungen und operativen Entscheidungen.

Personal- und Governanceinformationen gehören ebenfalls zur ESRS-Vorbereitung. Sie benötigen jedoch eigene Definitionen und Kontrollen und sollten nicht pauschal als Umweltdaten bezeichnet werden.

Was sich mit ESRS 2.0 ändert

Bei den überarbeiteten ESRS, häufig „ESRS 2.0“ genannt, geht es deshalb um mehr als eine kürzere Liste von Datenpunkten. Unternehmen müssen entscheiden, welche Berichtsfassung für welches Geschäftsjahr gilt und wie sie den Übergang ohne widersprüchliche Zahlen organisieren.

Die Europäische Kommission hat die überarbeiteten ESRS am 3. Juli 2026 angenommen. Ihre offizielle Mitteilung nennt mehr als 60 % weniger verpflichtende und über 70 % weniger Datenpunkte insgesamt.

Die Aussage, die Standards befänden sich noch im Prüfverfahren von Parlament und Rat, ist inzwischen überholt.

Die Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563 wurde am 21. September 2026 im Amtsblatt veröffentlicht. Sie tritt am 10. November 2026 in Kraft und gilt grundsätzlich für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen. Für bestimmte Geschäftsjahre 2026 enthält sie Übergangsoptionen. Maßgeblich ist die veröffentlichte ESRS-Verordnung.

Damit sind Annahme, Inkrafttreten, Geschäftsjahr und Veröffentlichung des Unternehmensberichts unterschiedliche Zeitpunkte.

Die Bezeichnungen FY2026 und FY2027 stehen im Folgenden für die betreffenden Geschäftsjahre. Bei abweichenden Geschäftsjahren kommt es auf deren tatsächlichen Beginn an, nicht allein auf das Jahr im Dateinamen.

Für Unternehmen im DACH-Raum muss zusätzlich geprüft werden, welche Gesellschaft oder Gruppe unmittelbar betroffen ist. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind kein einheitlicher Rechtsraum. EU-Bezug, Konzernstruktur und einschlägige nationale Regelungen müssen getrennt betrachtet werden.

Die Vereinfachung reduziert den Umfang bestimmter Offenlegungen. Sie hebt nicht die Notwendigkeit auf, verbleibende Angaben nachvollziehbar vorzubereiten.

Welche Informationen benötigt werden, hängt von den anwendbaren Anforderungen und der Wesentlichkeit ab. Energie, Emissionen, Wasser oder Abfall sind nicht automatisch für jedes Unternehmen in gleicher Tiefe offenzulegen.

Für den Betrieb können diese Daten trotzdem wichtig bleiben. Ein Stromverbrauch kann gleichzeitig eine Klimakennzahl, eine Standortanalyse, eine Kostenprüfung und eine Kundenanfrage unterstützen.

Bevor eine Datenerhebung beendet wird, sollte deshalb geprüft werden, welche anderen Aufgaben davon abhängen. Ein entfallender Berichtsdatenpunkt ist nicht zwangsläufig ein entbehrlicher Geschäftsdatensatz.

Doppelte Wesentlichkeit bleibt bestehen

Die überarbeiteten ESRS beseitigen die doppelte Wesentlichkeit nicht.

Unternehmen müssen weiterhin Auswirkungen auf Menschen und Umwelt sowie finanzielle Risiken und Chancen bewerten. Ein Thema kann aus einer dieser Perspektiven wesentlich sein, ohne aus beiden wesentlich zu sein.

Die doppelte Wesentlichkeit sollte mit Geschäftsmodell, Tätigkeiten und Wertschöpfungskette verbunden werden. Eine standardisierte Themenliste oder eine Stakeholderumfrage allein ersetzt diese Bewertung nicht.

Vereinfachungen können helfen, den Prozess stärker auf relevante Sachverhalte zu konzentrieren. Sie sind kein Anlass, Entscheidungen ohne Begründung zu übernehmen oder Nachweise nachträglich zu rekonstruieren.

Dokumentieren Sie Kriterien, Informationsquellen, Zuständigkeiten und Schlussfolgerungen so, dass die Unternehmensleitung und ein externer Prüfer den Entscheidungsweg verstehen können.

Prüfungssicherheit und Übergang

Der zuvor vorgesehene verpflichtende Übergang zu Reasonable Assurance wird durch die Omnibus-Änderungen nicht weiterverfolgt. Die Änderungsrichtlinie 2026/470 hält am Ansatz begrenzter Prüfungssicherheit fest.

Limited Assurance ist dennoch eine externe Prüfung. Sie umfasst weniger weitreichende Verfahren als Reasonable Assurance, bedeutet aber nicht, dass Quellen oder Berechnungsmethoden ungeklärt bleiben dürfen.

Prüfer benötigen weiterhin geeignete Informationen über Herkunft, Verarbeitung und Kontrolle der Angaben.

Eine geringere Zahl von Offenlegungen kann den Umfang der Arbeit beeinflussen. Sie garantiert jedoch keine bestimmte Senkung der Prüfungskosten.

Für Unternehmen bleibt entscheidend, ob wesentliche Zahlen mit dokumentierten Methoden und zugänglichen Nachweisen vorbereitet werden.

Übergangsregeln und die Wahl der Berichtsfassung

Für Unternehmen, die bereits unter die bisherigen ESRS fallen, können die Übergangsregelungen verschiedene Wege eröffnen.

Die Entscheidung darf jedoch nicht nur auf der Zahl entfallender Datenpunkte beruhen. Zuerst muss feststehen, welche rechtliche Grundlage für die Gesellschaft oder Gruppe gilt und welche Option für das betreffende Geschäftsjahr verfügbar ist.

Der Wirtschaftsprüfer sollte früh einbezogen werden. Seine Abstimmung ersetzt aber weder die rechtliche Prüfung noch die Verantwortung der Unternehmensleitung für die gewählte Fassung.

Wann ein Wechsel sinnvoll sein kann

  • Die Übergangsoption rechtlich auf das Unternehmen und Geschäftsjahr anwendbar ist.

  • Die Quellen und Berechnungen bereits verlässlich organisiert sind.

  • Die doppelte Wesentlichkeit nachvollziehbar dokumentiert ist.

  • Die Auswirkungen auf Vergleichsangaben und Methoden geprüft wurden.

  • Fachbereiche und Prüfer genügend Zeit für die Umstellung haben.

Unter diesen Bedingungen kann ein Wechsel vor allem die Zuordnung und Aufbereitung der Ausgaben betreffen.

Auch dann ist eine Kontrolle notwendig. Eine kürzere Anforderung kann andere Definitionen, Erläuterungen oder Übergangsregeln enthalten als die bisher verwendete Fassung.

Die Entscheidung sollte schriftlich festhalten, welche Version angewendet wird und wie die Umstellung behandelt wurde.

Wann die bisherige Fassung sinnvoller sein kann

  • Diese Option nach den geltenden Übergangsregeln verfügbar ist.

  • Der laufende Prozess bereits weit fortgeschritten ist.

  • Die Umstellung zusätzliche Risiken bei Berechnung oder Vergleichbarkeit erzeugt.

  • Verantwortlichkeiten und Dokumentation zunächst stabilisiert werden müssen.

  • Der verbleibende Zeitraum für eine kontrollierte Änderung nicht ausreicht.

Das bedeutet nicht, die überarbeiteten ESRS zu ignorieren.

Der nächste Zyklus sollte vorbereitet werden, während die aktuelle Fassung konsistent abgeschlossen wird. Vermeiden Sie eine undokumentierte Mischung verschiedener Anforderungen.

Die Übergangsregeln können bestimmte Kombinationen ausdrücklich zulassen. Daraus folgt jedoch keine allgemeine Freiheit, beliebige Teile unterschiedlicher Fassungen zusammenzustellen.

Die Wahl der Berichtsfassung betrifft Kosten, Abschlussplanung, Vergleichbarkeit und die Nutzung der Informationen im Unternehmen.

Eine belastbare Entscheidungsvorlage sollte deshalb nicht allein vom Nachhaltigkeitsteam erstellt werden. Finanzen, Einkauf, Betrieb, Recht und die zuständigen Datenverantwortlichen benötigen ein gemeinsames Verständnis.

Daten, Prüfung und Wertschöpfungskette

Vergleichen Sie die bisherige Zuordnung mit den überarbeiteten Anforderungen.

Unterscheiden Sie zwischen verpflichtenden Angaben, freiwilligen Offenlegungen und Informationen für andere Zwecke. Kundenverträge, Produktkalkulationen und interne Ziele können Daten weiterhin erforderlich machen.

Beenden Sie unnötige Abfragen gezielt. Löschen Sie aber keine historische Grundlage, die für Vergleichsanalysen oder bestehende Entscheidungen benötigt wird.

Die Vereinfachung sollte den Prozess entlasten, ohne die Steuerungsfähigkeit des Unternehmens zu schwächen.

Prüfen Sie, ob die Bewertung das aktuelle Geschäftsmodell und die Wertschöpfungskette widerspiegelt.

Sind die relevanten Auswirkungen, Risiken und Chancen erkennbar? Lassen sich Bewertungen und Schwellenwerte erklären? Wurden Änderungen bei Tätigkeiten oder Standorten berücksichtigt?

Ein stärker fokussierter Ansatz kann sinnvoll sein. Eine schwache Dokumentation wird jedoch nicht dadurch belastbar, dass sie in ein kürzeres Format übertragen wird.

Verbessern Sie die Bewertung dort, wo Informationen oder Entscheidungen fehlen, statt den gesamten Prozess ohne Anlass neu zu beginnen.

Prüfpfad und Datenraum

Besprechen Sie Umfang, Nachweise, Vergleichbarkeit und Zeitplan frühzeitig mit dem Prüfteam.

Ein strukturierter CSRD-Datenraum hilft, Berechnungen und Dokumente geordnet bereitzuhalten. Er erleichtert außerdem interne Prüfungen vor dem Abschluss.

Klären Sie, welche Änderungen an Methoden oder Ausgaben eine erneute Freigabe benötigen.

Die Prüfungsvorbereitung sollte zeigen, wie eine Angabe entstanden ist. Ein fertiges Dokument ohne nachvollziehbare Grundlage reicht dafür nicht aus.

Anfragen aus der Wertschöpfungskette

OEMs, Banken und Kunden können weiterhin Informationen über Emissionen, Intensitäten, Ziele und Lieferketten benötigen.

Diese Anfragen sollten nicht automatisch als gesetzliche ESRS-Pflicht behandelt werden. Ebenso wenig sollten sie vollständig aus dem Datenplan verschwinden, sobald ein Unternehmen weniger offenlegen muss.

Erfassen Sie Zweck, Empfänger und Grundlage jeder wesentlichen Anfrage.

So lässt sich erkennen, welche Informationen mehrfach genutzt werden können und welche Anforderungen separat zu bewerten sind.

Halten Sie Gesellschaften, Geschäftsjahre, angewendete Fassung und Übergangsentscheidungen schriftlich fest.

Auch die verwendeten Methoden und Definitionen müssen erkennbar bleiben. Eine historische Zahl sollte später nicht mit einer neuen Definition verglichen werden, ohne den Unterschied zu erläutern.

Die EFRAG-Unterstützungsmaterialien können bei der technischen Zuordnung helfen. Prüfen Sie dabei stets, ob es sich um verbindliche Anforderungen, Entwürfe oder ergänzende Umsetzungshilfen handelt.

Ein Versionsregister verhindert, dass verschiedene Teams gleichzeitig mit unterschiedlichen Anforderungslisten arbeiten.

Dcycle als Datenplattform

Dcycle ist eine Datenplattform, die Umweltinformationen strukturiert und mit relevanten Betriebs-, Lieferanten-, Personal- und Governanceunterlagen verbindet.

Die Plattform unterstützt Unternehmen dabei, Quellen, Zeiträume, Berechnungen und Nachweise gemeinsam zu organisieren.

Beim Vergleich von CSRD-Software sollte genau dieser Ablauf geprüft werden. Entscheidend ist nicht nur, welche Standards aufgelistet werden, sondern wie die Lösung mit den tatsächlichen Unterlagen und Verantwortlichkeiten des Unternehmens arbeitet.

Dcycle ersetzt weder die rechtliche Beurteilung noch die Verantwortung der Geschäftsleitung oder die unabhängige Prüfung.

Datenquellen und Verantwortlichkeiten

Rechnungen, Einkaufsdaten und Lieferantenunterlagen können über unterstützte Integrationen, Dokumente und strukturierte Vorlagen eingebunden werden.

Zuständige Personen erhalten Aufgaben für die Informationen, die sie tatsächlich verantworten. Der Bearbeitungsstand hilft, fehlende Beiträge vor dem Abschluss zu erkennen.

Dabei sollte die Konfiguration die Organisation abbilden. Ein Konzern benötigt möglicherweise eine Sicht nach Gesellschaften, während der Betrieb zusätzlich nach Werken oder Standorten analysiert.

Diese Perspektiven können verbunden werden, ohne ihre Grenzen gleichzusetzen.

Eine Kennzahl muss mit ihren Quellen und Berechnungen verbunden bleiben.

Dcycle unterstützt die Dokumentation von Verarbeitungsschritten und Änderungen. So können Teams prüfen, ob eine Abweichung aus dem Verbrauch, einem Faktor oder einer Korrektur stammt.

Beim Wechsel der ESRS-Fassung hilft diese Struktur, geänderte Ausgaben zu überprüfen.

Nicht jede neue Anforderung lässt sich ausschließlich durch ein anderes Mapping lösen. Zusätzliche Informationen oder Nachweise können erforderlich bleiben und müssen als solche erkennbar sein.

Wiederverwendbare Datenbasis

Eine Stromrechnung enthält Verbrauch, Zeitraum und Abrechnungsinformationen.

Diese Quelle kann zur Emissionsberechnung, zur ESRS-Energieangabe, zur Kostenanalyse und zu einer Kundenantwort beitragen.

Für einen Vergleich je Produktionseinheit werden zusätzlich Produktionsdaten benötigt. Eine Verteilung auf einzelne Produkte braucht geeignete Messungen oder dokumentierte Zuordnungsregeln.

Dcycle hält die Ausgangsinformation strukturiert verfügbar. Die Teams müssen dieselbe Rechnung dadurch nicht für jede Verwendung unabhängig neu erfassen.

Wird die Rechnung korrigiert, kann die Änderung geprüft und ihr Einfluss auf verbundene Ergebnisse beurteilt werden. Bereits freigegebene Ausgaben benötigen gegebenenfalls eine erneute Freigabe.

Die Datenbasis bleibt nach der Veröffentlichung nutzbar.

Finanzen kann Kostenentwicklungen untersuchen. Einkauf kann Lieferanteninformationen bewerten. Der Betrieb kann Verbrauchsabweichungen analysieren.

ESRS-Offenlegungen und Prüfungsvorbereitung sind damit Teil eines kontinuierlichen Prozesses, neben Einsparungsanalysen und operativen Entscheidungen.

Die Plattform schafft keine garantierten Einsparungen. Sie hilft, Informationen so bereitzustellen, dass Unternehmen geeignete Maßnahmen auswählen und deren Wirkung verfolgen können.

Ein entfallender Pflichtdatenpunkt kann weiterhin für Kunden, Investitionsentscheidungen oder interne Ziele relevant sein.

Prüfen Sie deshalb die tatsächlichen Verwendungen, bevor eine Quelle oder Abfrage eingestellt wird.

Die richtige Entscheidung kann sein, eine Information seltener zu erheben oder anders auszuwerten. Sie muss nicht immer zwischen vollständiger Fortführung und vollständiger Abschaffung liegen.

Weniger Angaben bedeuten nicht, dass Berechnungen ungeprüft übernommen werden können.

Einheiten, Zeiträume, Grenzen, Faktoren und Freigaben bleiben wichtige Bestandteile eines verlässlichen Prozesses.

Besonders beim Übergang entstehen Risiken durch geänderte Definitionen oder Zuordnungen. Planen Sie deshalb Kontrollen für die Umstellung selbst, nicht nur für das Endergebnis.

Die Begrenzung CSRD-bezogener Wertschöpfungskettenanfragen soll geschützte Unternehmen entlasten.

Die Kommission erläutert den Value Chain Cap für Unternehmen mit höchstens 1.000 Beschäftigten. Die konkrete Anwendung ist im einschlägigen Rechtsrahmen zu prüfen.

Diese Begrenzung ist keine pauschale Regel für jede Einkaufsanfrage. Andere Zwecke, etwa gesonderte Sorgfaltspflichten, müssen davon unterschieden werden.

Überprüfen Sie bestehende Fragebögen daher nach Zweck und Umfang. Ein alter Fragenkatalog sollte nicht allein deshalb unverändert bleiben, weil er technisch bereits eingerichtet ist.

Ein Wechsel kann Verantwortlichkeiten, Berechnungen, Texte und Prüfungsvorbereitung beeinflussen.

Eine späte Entscheidung reduziert die Zeit für Tests und Abstimmungen. Sie kann außerdem dazu führen, dass Informationen mehrfach bearbeitet werden.

Wenn die Entscheidung noch offen ist, priorisieren Sie zunächst Rechtsgrundlage, wesentliche Unterschiede und offene Nachweise.

Ein klarer Übergangsplan ist nützlicher als eine schnelle Umstellung, deren Folgen erst beim Abschluss sichtbar werden.

Gerade in industriellen Gruppen entstehen wichtige Datenanforderungen aus Kundenbeziehungen und der operativen Steuerung.

ESRS ist dabei eine Verwendung, nicht die einzige Grundlage für den Nutzen der Information.

Ein Corporate Carbon Footprint beantwortet nicht automatisch die Frage nach dem Product Carbon Footprint eines bestimmten Produkts.

Dafür müssen Materialeinsatz, Produktion, Energie und relevante Lieferanteninformationen dem Produktsystem zugeordnet werden.

Ein Unternehmensinventar und eine Produktberechnung können Quellen gemeinsam nutzen. Ihre Grenzen, Bezugsgrößen und Zuordnungsregeln bleiben jedoch unterschiedlich.

Wenn ein OEM eine konkrete Produktreferenz bewertet, reicht die Gesamtemission des Unternehmens dafür nicht aus.

Auch ein reduzierter ESRS-Umfang beseitigt solche Kundenanforderungen nicht automatisch.

Einkauf und Umweltmanagement benötigen Lieferanteninformationen für verschiedene Aufgaben.

Daten über Materialien, Herkunft, Emissionen und Qualität können in Scope-3-Berechnungen, Risikoprüfungen oder Bewertungen einfließen. CBAM, Sorgfaltspflichten und EcoVadis stellen jedoch jeweils eigene Anforderungen.

Die Integration von Lieferantendaten sollte diese Unterschiede sichtbar machen. Eine gemeinsame Lieferantenidentität bedeutet nicht, dass ein Dokument sämtliche Prüfzwecke erfüllt.

EcoVadis-Ergebnisse können in Beschaffungsprozessen berücksichtigt werden. Sie garantieren aber weder eine Ausschreibungsteilnahme noch eine bestimmte Kundenentscheidung.

Der freiwillige Standard bietet eine Referenz für Informationen geschützter Unternehmen. Auch hier müssen Zweck, Anwendungsbereich und weitere Anforderungen getrennt bewertet werden.

Finanzteams benötigen belastbare Daten über Energie, Materialeinsatz und betriebliche Aktivität.

Die CO₂-Bilanzierung im Unternehmen kann helfen, Emissionsschwerpunkte mit Kosten und Investitionen zu verbinden. Dafür müssen die zugrunde liegenden Mengen und Methoden nachvollziehbar bleiben.

Ergänzende Intensitätskennzahlen setzen Emissionen oder Verbräuche beispielsweise zur Produktionsmenge ins Verhältnis. Sie sollten gemeinsam mit absoluten Werten betrachtet werden.

Eine sinkende Emissionsintensität bedeutet nicht automatisch, dass Gesamtemissionen oder Kosten ebenfalls sinken.

Diese Unterscheidung hilft, operative Veränderungen von Mengen- oder Preiseffekten zu trennen und Maßnahmen realistischer zu bewerten.

Was Unternehmen jetzt konkret prüfen sollten

Erstellen Sie eine Übersicht der erhobenen Informationen und ihrer Verwendungen.

Kennzeichnen Sie, welche Angaben weiterhin benötigt werden, welche entfallen können und welche Definitionen sich ändern.

Bewahren Sie relevante Quellen und historische Ergebnisse auf. Entfernen Sie nicht die Datengrundlage, nur weil eine bestimmte Darstellung künftig nicht mehr erforderlich ist.

Datenquellen und Verwendungszwecke

Testen Sie die neue Zuordnung zunächst an einer repräsentativen Auswahl von Kennzahlen.

Ordnen Sie wesentliche Kennzahlen einer Quelle, Methode und verantwortlichen Person zu.

Definieren Sie, wer Informationen liefert, wer sie kontrolliert und wer Änderungen freigibt.

Quellen, Kontrollen und Freigaben

Bei Verbrauchsdaten gehören Zeitraum, Standort und Einheit zum Kontext. Bei Personal- oder Governanceinformationen gelten andere Definitionen und Nachweisarten.

Kontrollen sollten diese Unterschiede berücksichtigen, statt alle Angaben durch denselben Prüfmechanismus zu schicken.

Klären Sie rechtliche Anwendbarkeit, verfügbare Übergangsoptionen und den gewählten Weg mit den zuständigen Funktionen.

Besprechen Sie anschließend die Folgen für Prüfung, Vergleichsangaben und Freigaben.

Rechtslage und Übergangsentscheidung

Dokumentieren Sie die Entscheidung und kommunizieren Sie sie an die Dateneigner. Ein zentraler Beschluss hilft wenig, wenn die Fachbereiche weiterhin verschiedene Vorlagen verwenden.

Prüfen Sie vor dem Abschluss, ob der tatsächlich vorbereitete Bericht zur dokumentierten Entscheidung passt.

Energie, Einkauf, Lieferanten, Abfall und Flotte bilden wiederkehrende Informationsquellen.

Personal- und Governanceunterlagen ergänzen diese Basis entsprechend ihrem eigenen Zweck.

Gemeinsame Datenbasis für mehrere Ausgaben

ESRS-Fassungen, freiwillige Standards, Emissionsinventare und Kundenfragebögen nutzen Teile dieser Informationen. Sie sind jedoch keine vollständig identischen Ausgaben.

Trennen Sie deshalb Quelle, Berechnung und Ausgabe. Eine neue Anforderung kann dann gezielt bearbeitet werden, ohne jede vorhandene Information erneut anzufordern.

Die überarbeiteten ESRS bieten die Möglichkeit, unnötigen Aufwand zu reduzieren. Der Nutzen entsteht jedoch nicht allein durch gestrichene Datenpunkte.

Unternehmen müssen zunächst Anwendungsbereich, Geschäftsjahr und verfügbare Übergangsoptionen klären. Danach folgt die Entscheidung, welche Informationen für wesentliche Offenlegungen und andere Geschäftsaufgaben weiterhin benötigt werden.

Fazit: Vereinfachung braucht eine belastbare Datenbasis

Eine belastbare Datenbasis verbindet Quellen, Methoden, Verantwortlichkeiten und Nachweise. Sie ermöglicht einen kontrollierten Wechsel der Ausgabe, ohne sämtliche Informationen erneut zusammensuchen zu müssen.

Umweltdaten bleiben außerdem für Kostenkontrolle, Lieferantenbewertungen und Investitionsentscheidungen relevant. Personal- und Governanceinformationen ergänzen diese Basis mit ihren eigenen Anforderungen.

Dcycle strukturiert die Informationen für diese unterschiedlichen Verwendungen. Wenn Sie den Übergang für FY2026 oder FY2027 prüfen möchten, vereinbaren Sie eine Demonstration mit Ihren eigenen Energie-, Einkaufs- und Lieferantenunterlagen und bewerten Sie den Ablauf anhand Ihres tatsächlichen Bedarfs.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Sind die ESRS 2.0 bereits endgültig angenommen?

Die Europäische Kommission nahm die überarbeiteten ESRS am 3. Juli 2026 an. Vor ihrem Inkrafttreten müssen die delegierten Rechtsakte die Prüfung durch Europäisches Parlament und Rat abschließen und im Amtsblatt veröffentlicht werden.

Ab wann sollen die vereinfachten ESRS gelten?

Sie sollen grundsätzlich für Geschäftsjahre gelten, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen. Eine frühe Anwendung für FY2026 ist vorgesehen, sobald die delegierte Verordnung in Kraft ist.

Gelten ESRS 2.0 automatisch in Deutschland?

Die ESRS werden als delegierte EU-Verordnung direkt relevant, die zugrunde liegenden CSRD-Pflichten und ihr Anwendungsbereich hängen jedoch auch von der nationalen Umsetzung ab. Deutschland hatte laut Kommission am 7. August 2026 noch keine vollständigen Umsetzungsmaßnahmen gemeldet.

Müssen Schweizer Unternehmen nach ESRS 2.0 berichten?

Nicht allgemein. Eine Betroffenheit kann sich jedoch aus der EU-Drittstaatenregelung, EU-Tochtergesellschaften, Konzernberichterstattung oder Anfragen europäischer Kunden ergeben.

Entfällt die doppelte Wesentlichkeit?

Nein. Die überarbeiteten Standards vereinfachen den Prozess und reduzieren Datenpunkte, die doppelte Wesentlichkeit bleibt aber die Grundlage für die Auswahl relevanter Themen und Angaben.

ESRSCSRDComplianceDACHEU
30-minütige Demo

Sehen Sie es mit Ihren eigenen Daten.

Dreißig Minuten mit unserem Team. Wir zeigen Ihnen, wie Ihre Daten hereinkommen und was dabei herauskommt.

Demo anfordern
  • Unverbindlich
  • Mit Ihren Daten
  • In Ihrer Sprache

So läuft Ihre Session ab

  1. 01 Sie erzählen uns, was man von Ihnen verlangtKunden, Prüfer oder Banken: welche Daten und bis wann. 0–5 Min.
  2. 02 Wir zeigen, wie Ihre Daten einfließenRechnungen, ERP, Lieferanten: an einem Beispiel wie Ihrem. 5–20 Min.
  3. 03 Sie gehen mit einem PlanWas Sie zuerst automatisieren und wie viel Zeit Sie sparen. 20–30 Min.
Mit jemandem aus dem Team, der Sie danach begleitet